bürofürbücher @ facebook   Kontakt   Drucken   Suchen  
headerbild headerbild headerbild








Cover

Wenn das jetzt die Verfilmung wäre, könnte man sagen: ganz großes Kino!
Ist aber der Roman, der 2002 den Pulitzer-Preis gewann. Und eine Verfilmung davon gibt es tatsächlich auch schon. Ein HBO-Mehrteiler mit dem Titel der amerikanischen Originalausgabe "Empire Falls". Darin hat kein geringerer als Paul Newman seine letzte Filmrolle gespielt. Also ganz großes Fernsehen!

Kurz und gut: die Übersetzung dieses gewichtigen amerikanischen Romans war längst überfällig. Und Monika Köpfer hat den Job hervorragend erledigt! Wer also keine Angt vor 750 Seiten und sich noch keine größere Lektüre für die Sommerferien vorgenommen hat, der sollte hier unbedingt zugreifen. Den Inhalt raffe ich jetzt mal nicht zusammen, sondern verweise für Infos hierzu lieber auf die sehr gute Rezension, die Anne Haeming aktuell auf Spiegel online veröffentlicht hat (s.u.).

Richard Russo, Diese gottverdammten Träume
DuMont, 978-3-8321-9824-4, 24,99 €


Cover

In den Kunst-Museen dieser Welt muss man schon länger suchen, bis man Comics zu sehen bekommt. Meistens fällt einem erst angesichts der amerikanischen Pop-Art auf, dass Comics und Kunst in einer engen Beziehung zueinander stehen. Die sehr verdienstvolle aktuelle Ausstellung der Schirn Kunsthalle in Frankfurt zeigt deutlich, dass schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts Kunst und Comic in engem Dialog miteinander standen. Spätestens Lyonel Feininger hat das mit seinem Werk deutlich gemacht.

Der Katalog zur Ausstellung zeigt eine üppige Auswahl aus dem Werk der sechs ausgestellten Zeichner: McCay, Feininger, Forbell, Sterrett, Herriman und King (hier als Beispiel Frank King, Gasoline Alley vom 2.11.1930).

Wer es also bis Mitte September nicht nach Frankfurt schafft, dem kann dieses Buch mehr als nur ein Trost sein.

Pioniere des Comic
Die andere Aventgarde
Hatje-Cantz, 978-3-7757-4110-1, 35,00 €


Cover

Viel ist in den Medien vom Irak, von Kurdistan und von den weltanschaulichen und politischen Konflikten in dieser Region die Rede. Was allerdings bis heute in deutscher Sprache fast komplett fehlt, ist ein literarisches Zeugnis aus dem zeitgenössischen Kurdistan.

Der Unionsverlag hat jetzt mit der ersten deutschen Übersetzung (aus dem Sorani) des großen kurdischen Autors Bachtyar Ali endlich einen Roman zugänglich gemacht, der uns diesen literarischen Blick bietet. Sein Held Muzafari Subhdam durchreist nach 21-jähriger Isolation in Gefangenschaft das Land auf der Suche nach seinem einzigen Sohn. Es ist auch eine Reise durch viele oft widersprüchliche Geschichten, die Muzafari schließlich wie so viele seiner Landsleute über das Mittelmeer nach Europa führt.

Ein unbedingt lesens- und entdeckenswertes Buch!

Bachtyar Ali, Der letzte Granatapfel
Unionsverlag, 978-3-293-00499-3, 22,00 €


Cover

Wenn man das Internet befragt, wieviele Inseln es eigentlich auf der Erde gibt, bekommt man unterschiedliche Antworten. Die Zahlen schwanken zwischen 100.000 und 130.000, andere Einträge stellen fest, dass sich die tatsächliche Anzahl gar nicht herausfinden lasse, weil z.B. hin und wieder auch neue Inseln entstehen.

Liebhaber alter Seekarten wissen es: Neben den heute tatsächlich per GPS sichtbaren Inseln gibt es eine ganze Menge immer wieder verzeichneter und vermeintlich entdeckter Phantominseln. Die Geschichten von 30 dieser Inseln, die es nie gab, hat Dirk Liesemer jetzt in einem sehr schön ausgestatteten Buch samt dazugehörigen Karten versammelt. Sie "gehen auf sonderbare Logbucheinträge, flirrende Luftspiegelungen oder simple Missverständnisse zurück, auf feinsinnige Scherze, handfesten Betrug oder üble Protzerei". Allesamt sind sie aber eines: ein Stück faszinierender und unterhaltsamer Geschichte.

Dirk Liesemer
Lexikon der Phantominseln
Mare, ISBN 978-3-86648-236-4, 24,00 €


Cover

Während George Orwell für das Jahr 1984 eher düstere Visionen hatte, ging es dann doch zu dieser Zeit in der Bundesrepublik Deutschland eher friedlich und gemächlich zu.

Friedlich und gemächlich? Nicht für alle Beteiligten! Denn in einem kleinen rheinischen Städtchen, das damals noch den Titel Bundes-Hauptstadt trug, ging längst nicht alles nach Plan.

In seinem neuen Kriminalroman versetzt uns Stefan Keller ebenso stimmungs- wie spannungsvoll in die Zeit vor dem Mauerfall. Vera Marx, Sekretärin im Bonner Verteidigungsministerium wird in einen Spionagefall zwischen Stasi und BND verwickelt und übernimmt schließlich selbst brisante Ermittlungen.

Spannung aus Good Old Germany mit einigen hochaktuellen Bezügen.

Stefan Keller, Stirb, Romeo!
Gmeiner, ISBN 978-3-8392-1979-9, 11,99 €


Cover

Margherita Giacobino hat ein wahrhaftes "Jahrhundertbuch" gschrieben. Es ist die Geschichte ihrer eigenen Familie, die sie vom Beginn des letzten bis zum Anfang des jetzigen Jahrhunderts nachzeichnet.

In einem armen Dorf im Piemont wird zu Beginn des 19. Jahrhunderts Caterina geboren. Sie trägt den Vornamen ihrer Großmutter väterlicherseits, so wie es Tradition ist. Und um sie von den anderen Caterinas in der Familie zu unterscheiden, wird ihr Name zu "Ninin". Diese Ninin wird 60 jahre später zum Dreh- und Angelpunkt im Leben der Erzählerin. Ninin ist für sie Großmutter, Mutter, Tante und große Schwester in einem. Aber natürlich gibt es auch noch die vielen anderen Familienmitglieder, die die Kindheit und das Erwachsenwerden Margheritas begleiten. Vor allem sind es die Frauen, denen Giacobino in ihrem Buch ein Denkmal setzt. Sie sind es, die neben unermüdlicher Arbeit in Haus und Hof auch für die Kinder da sind und sie in jeder Lebenslage begleiten.

Eine wunderbare Lektüre, die uns ganz unmittelbar am Schicksal einfacher und doch sehr besonderer Menschen teilnehmen lässt. Hervorragend übersetzt von Maja Pflug.

Margherita Giacobino
Familienbild mit dickem Kind
Kunstmann, ISBN 978-3-95614-119-5, 22,00 €









Eine Produktion von: stoelben.photography