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Drei Männer, drei Eimer mit Sichtschlitz auf dem Kopf und darüber das Logo SB. Nein, nicht "Selbstbedienung" sondern "Studio Braun" sind gemeint.

Gefürchtet bei den einen, geliebt von den anderen (der Mehrheit) für ihre Telefonaktionen, wie z.B. die "telefonische Volkszählung" oder die Frage an den Fachberater: "haben Sie stichwandgespatete DVD-Player?". Da kommen erst Fragezeichen und dann Freude auf.
In diesem großen und dem Inhalt angemessen schweren Bildband finden sich darüber hinaus tausende Collagen, etwa eine Million Fotos und auch alarmierende Zettelchen vom Schwarzen Brett wie "Achtung Bürger: reinrassiger Wellensittich entlaufen!" oder "beste Nebenjob aller Zeiten - leider nur für Studentinnen".

Zu Weihnachten ein Muss für alle Philatelisten!

Studio Braun, Drei Farben Braun
nummerierte und handsignierte Erstausgabe
Schwarzkopf, 978-3-86265-582-3, 49,99 €


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Mittlerweile erfreut sich die deutsche Erstausgabe dieser etwa 140 Seiten langen Erzählung des nordenglischen Autors J.L. Carr, der damit bereits 1980 für den Booker Prize nominiert war, beim hiesigen Publikum und bei der Kritik bereits großen Erfolgs. Was ein Grund mehr ist, diesen Titel hier noch einmal vehement als ideales Weihnachtsgeschenk zu empfehlen.

Im Sommer 1920 trägt sich diese Geschichte um einen Restaurator zu, der in der kleinen Dorfkirche von Oxgodby ein erstaunliches mittelalterliches Fresko freilegt. Aber nicht nur dieses Kunstwerk, sondern auch eine Menge menschlicher Lebens- und Überlebensspuren werden im feinfühligen und anspielungsreichen Text von J.L. Carr freigelegt. Sehr sensibel ins Deutsche gebracht von Monika Köpfer.

Fazit: eine der schönsten literarischen Wiederentdeckungen dieses Jahres!

J.L. Carr, Ein Monat auf dem Land
DuMont, 978-3-8321-9835-0, 18,00 €


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Amsterdam war und ist immer schon eine, nein mehrere Reisen wert. Die Stadt bietet dafür eine Menge unterschiedlicher Anlässe. Einen der weniger populären aber umso spannenderen hat sich die Leipziger Autorin Bettina Baltschev ausgesucht. Sie hat die Stadt auf den Spuren der deutschen Exilliteratur der 30er Jahre durchstreift. In ihrem Buch mischt Baltschev souverän und für den unvorbereiteten Leser wie für den Kenner der Materie gleichermaßen spannend wie unterhaltsam ihre heutigen eigenen Reiseeindrücke mit bestens recherchierten Informationen über das Leben und Wirken Fritz Landshoffs, der ab Mitte 1933 zusammen mit dem Amsterdamer Verleger Emanuel Querido die wohl wichtigste deutschsprachige Exil-Buchreihe herausgab.

Ein großes Kapitel deutscher Literatur elegant in ein äußerst lesbares und lesenswertes Format gebracht.

Bettina Baltschev, Hölle und Paradies
Amsterdam, Querido und die deutsche Exilliteratur
Berenberg, 978-3-946334-08-8, 22,00 €


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Wenn man das Internet befragt, wieviele Inseln es eigentlich auf der Erde gibt, bekommt man unterschiedliche Antworten. Die Zahlen schwanken zwischen 100.000 und 130.000, andere Einträge stellen fest, dass sich die tatsächliche Anzahl gar nicht herausfinden lasse, weil z.B. hin und wieder auch neue Inseln entstehen.

Liebhaber alter Seekarten wissen es: Neben den heute tatsächlich per GPS sichtbaren Inseln gibt es eine ganze Menge immer wieder verzeichneter und vermeintlich entdeckter Phantominseln. Die Geschichten von 30 dieser Inseln, die es nie gab, hat Dirk Liesemer jetzt in einem sehr schön ausgestatteten Buch samt dazugehörigen Karten versammelt. Sie "gehen auf sonderbare Logbucheinträge, flirrende Luftspiegelungen oder simple Missverständnisse zurück, auf feinsinnige Scherze, handfesten Betrug oder üble Protzerei". Allesamt sind sie aber eines: ein Stück faszinierender und unterhaltsamer Geschichte.

Dirk Liesemer
Lexikon der Phantominseln
Mare, ISBN 978-3-86648-236-4, 24,00 €


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Manche Buch-Themen sind einerseits ewig und unzerstörbar, andererseits werden sie immer wieder mal zum Trendthema erhoben. Das Thema "Bäume" ist eines davon. Und das ist im Prinzip vollkommen in Ordnung, denn - seien wir ehrlich - es gibt auf dem Buchmarkt eine Menge uninteressanterer Trends und Moden, die sich noch besser verkaufen.
Die Publizistin Meike Lehmann hat von der Älteren Edda über Ovid, diverse Märchen, Goethe und Brecht bis zu Jurek Becker einen großen Fundus klassischer und entlegener, ernster und heiterer Baum-Texte zusammengestellt. Ein schönes Kompendium, in dem man immer wieder blättert und auf schöne Zeilen stößt, wie z.B. diese von Erich Kästner:
Die Seele wird vom Pflastertreten krumm.
Mit Bäumen kann man wie mit Brüdern reden
und tauscht bei ihnen seine Seele um.

Ein schön gestaltetes, dennoch wohlfeiles Geschenkbuch.

Meike Lehmann (Hg.), Das literarische Buch der Bäume
Marix, ISBN 978-3-7374-1031-1, 12,00 €


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Pünktlich für die gemütlichen Leseabende, auf die wir uns schon alle in diesem Winter freuen (im Fernsehen kommen ja eh nur abwechselnd Trump, Erdogan und AFD ...), bringt Steidl den sehr schön gestalteten und hervorragend von Hans Christian Oeser übersetzten irischen Krimi-Klassiker "Bogmail" heraus.

Tim Roarty, Betreiber des örtlichen Pubs im westirischen Glenkeel entledigt sich seines Barkeepers, weil er dessen Spielchen mit seiner Tochter nicht mehr dulden kann. Als Mordwaffe dient sehr stilvoll Band 25 der Encyclopaedia Britannica. Allerdings gelingt es ihm nachher nicht so recht, die Leiche verschwinden zu lassen. Und schon rächt sich das Ganze ...

Beste schwarzhumorige irische Krimi-Unterhaltung!

Patrick McGinley, Bogmail
Steidl, 978-3-95829-208-6, 24,00 €









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